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Freuds Theorie der Verliebtheit, die mit der Annahme eines „primären Narzißmus“ eng verbunden ist, wird mit Platons mythologischen Deutungen des Eros (im Gastmahl und im Phaidros) verglichen. Im Anschluß an M. Balint u. a. entwickelt der Autor eine Konzeption des Narzißmus, die sich von Freuds und Ferenczis Theorie darin unterscheidet, daß sowohl der solipsistische Ansatz als auch der Paradies-Mythos vermieden werden (Narzißmus setzt die Subjekt-Objekt-Scheidung schon voraus; die Verliebtheitshoffnung gilt nicht der Rückkehr zu einem bereits erlebten Zustand der Subjekt-Objekt-Einheit, sondern der Einlösung einer aus der Erfahrung der Trennung geborenen Wunschphantasie): Das Subjekt entsteht — zugleich mit dem Objekt — psychologisch aus einer Erlebensmatrix, in der diese Scheidung wohl schon „objektiv“, nicht aber für das Erleben des in Bildung begriffenen Subjekts existiert.