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Erfahrungen im Bereich der psychotherapeutischen Studentenberatung geben Anlaß zu Überlegungen über die Reichweite der psychoanalytischen Kompetenz. Über die Erprobung neuer Therapieformen (Selbsterfahrungsgruppen; Workshops; nichtinterpretative, therapeutische Interventionen im Sinne von Main; Balintgruppen etc.) hinaus, die den psychosozialen Problemen der Studentenschaft (Entfremdungserlebnisse, Arbeitsstörungen, Kontaktschwierigkeiten), auf die sie mit Verdrängung, Apathie oder Protest reagiert, angemessen sind, sieht sich der Psychoanalytiker zum Erwerb einer quasi-politischen Handlungs-Kompetenz gedrängt, die mit der analytischen partiell inkompatibel ist.
„Protestantisch: Das kann nichts anderes heißen, als Verteidigung eines neuerworbenen Stückes kritischer Denkfreiheit gegen den Konformitätszwang von Außen und gegen die Angst von Innen …, denn wie zur Zeit der großen religiösen Protestanten geht es mit der Aufklärung … zugleich um Einüben der Eigenverantwortung in Erlebnisbereichen, die bisher der Autorität überlassen worden waren.“
Alexander Mitscherlich (, S. 75)