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Widersprüchliche Gerüchte gingen in letzter Zeit im Lande um: Cooper sei in einem indischen Kloster, oder, er habe Selbstmord begangen. Wahr daran ist immerhin soviel, daß sein jüngstes Buch „Von der Notwendigkeit der Freiheit“ um diese Themen kreist, um Meditation und Tod. Ebenso aber um Revolution und Liebe. Cooper lebt und arbeitet heute in Argentinien. Nach 16jähriger Tätigkeit als Psychiater und „Anti-Psychiater“ in England hat er sich vollständig aus dem institutionellen Bereich zurückgezogen, um als Gegenmodell therapeutische Kommunen aufzubauen. Die Reise in die Dritte Welt, der Kampf dort gegen den Imperialismus der Ersten Welt, ist für Cooper zugleich eine psychische Entkolonialisierung, ein Kampf gegen den „inneren Kapitalisten“, die „innere Polizei“, die „innere Familie“. Nach der wilden Polemik („Der Tod der Familie“, Rowohlt ) jetzt also die, wie er selbst sagt, „mit verhaltenerem Gefühl“ vorgetragene Gegenerfahrung zur Familie und ihrer Therapie.
Während etwa hierzulande in den Wohngemeinschaften allgemein das familiale Inzesttabu reproduziert wird, besteht Cooper auf der umfassenden Idee der Kommune als der einzigen Lebensform, die eine Fortsetzung der von der Familie erzeugten Deformationen verhindern kann. Seine Forderung: die Angst vor der freien Sexualität, vor dem nicht-verstandesmäßigen Zentrum praktischer Veränderung, vor dem Verlust des Selbst zu verlieren. Diese Parole sollte nicht mißverstanden werden. Cooper unterscheidet sehr genau zwischen dem Wahnsinn als gesellschaftlicher Stigmatisierung, dem Wahnsinn als herrschender Normalität und dem Wahnsinn als befreiender „Reise“, der Destrukturierung der entfremdeten Erfahrung. Deshalb sind für ihn auch nicht, wie ihm bisweilen unterstellt wird, Hippies und Drogensüchtige die Avantgarde gesellschaftlicher Umwälzung. Vielmehr setzt er auf den von jeder Sucht, d. h. jeder Notwendigkeit, „zu jemandem durch etwas zu sprechen“, befreiten Einzelnen. Es geht ihm darum — und hier berührt er sich merkwür