You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Im Jahre 1957 berichtete der Autor in unserer Zeitschrift über einen analytisch behandelten Fall von Schizophrenie. Da es ihm gelang, nach zwei Jahrzehnten mit der (in der Zwischenzeit gesund gebliebenen) Patientin wieder in Kontakt zu kommen, hat sich die seltene Möglichkeit einer Katamnese ergeben. Bash weist besonders auf die unzweifelhafte Bedeutung der seinerzeitigen Analyse für die günstige Wendung des Krankheitsverlaufs sowie auf das erstaunliche Phänomen des „Vergessens“ der Traumthemen hin, die im Zentrum der Analyse gestanden hatten.
Über diesen Fall habe ich 1957 in der Psyche berichtet: Die 1915 geborene Patientin hatte eine unauffällige Kindheit in halbländlichen Verhältnissen verbracht und die Sekundarschule durchlaufen; sich nach einem Welschlandaufenthalt für den Beruf einer Sprachlehrerin entschlossen und sich während zweier Jahre auf die Maturität altsprachlicher Richtung vorbereitet, bis sie wegen der Erkrankung ihrer Mutter das Vorhaben aufgeben und 1936 nach Hause zurückkehren mußte. Als es der Mutter besser ging, belegte sie einen Jahreskurs für soziale Fürsorge und genügte in den theoretischen Prüfungen, nicht aber in den für die Diplomierung verlangten Praktika. Die Praktikumsleiterinnen bezeichneten sie als unselbständig, anpassungsunfähig, autoritätslos, bald vorlaut und bald versponnen. Im Frühjahr 1940 nahm sie auf Anraten der Schulleitung die ambulante Behandlung bei einem Psychiater auf. Dieser glaubte zuerst an eine Neurose, mußte aber 1941 die Diagnose Schizophrenie stellen und die Patientin in eine Klinik einweisen. Eine lange Serie von Insulin- und Elektroschock-Kuren in dieser und in anderen Kliniken, welche in der Diagnose „Hebephrenie“ einig waren, folgte und erzielte jeweils bloß eine flüchtige Teilbesserung. Nach einem heftigen Rückfall mit Wahnvorstellungen, Zerfahrenheit und Zerstörungswut wurde die