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Die Arbeitsgemeinschaft für Familientherapie und Familienforschung (AGF) legt hier die ersten Ergebnisse ihrer 1972 begonnenen Arbeit vor. 23 Wissenschaftler aus der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz kamen zusammen, um ein „relativ unkonventionelles Modell der Forschungsförderung“ (S. 17) durch den Stifterverband für die deutsche Wissenschaft zu verwirklichen. Sie „wollten sich ausdrücklich nicht auf wissenschaftlichen Gedankenaustausch beschränken, sondern dafür sorgen, ihre aus der therapeutischen Familienforschung bezogenen Erkenntnisse in das gesellschaftliche Umfeld hineinzutragen und auf entsprechende Reformen zu drängen“ (S. 15). Der selbstgestellte Aufgabenkatalog umfaßt die Entwicklung von Konzepten zur Erwachsenenbildung, Modellversuche mit Wohngemeinschaften und kollektiver Kindererziehung, Studien über familientherapeutische und soziotherapeutische Verfahren, Weiterbildungskonzepte für diese Verfahren und schließlich „Community-organization“-Programme. Mitglieder der Gruppe wirkten bereits bei den Beratungen zum Tagesmütterproblem, bei einem Hearing über das Familienberatungswesen und bei der „Enquete zur Lage der psychisch Kranken“ mit.
In ihrer theoretischen Orientierung kommt der größte Teil der AGF-Mitglieder von der Psychoanalyse her. Dennoch treten in den Beiträgen „zum Teil erhebliche Divergenzen in Auffassungen und Methoden zwischen manchen Forschungsgruppen“ (S. 18) auf. In diesen Divergenzen spiegelt sich zweifellos die Dynamik eines sich zur Zeit stürmisch entwickelnden Bereichs der Forschung und Therapie wieder, zu dem viele Autoren Wegweisendes beitrugen und noch beitragen. Es bleibt jedoch festzustellen, daß auf diese Divergenzen nur im Vorwort hingewiesen, im übrigen aber nicht kritisch oder vergleichend eingegangen wird. Das kann den Leser, der mit der deutschsprachigen familienthe-rapeutischen Szene nicht vertraut ist, verwirren und erweckt den Eindruck, daß es der AGF-Gruppe nicht durchgängig gelungen ist, ein bloßes „Konvolut v