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„Im wesentlichen befaßt sich dieses Buch mit einer Form des Verlangens, die bei Frauen auf tritt“ (S. 425). In einem großen Teil der ausgewählten Literatur findet Fisher den Orgasmus als zentrales Thema (S. 173). Für ihn bietet sich das Erreichen des Orgasmus ferner als grundsätzliche Möglichkeit an, die sexuelle Reaktionsfähigkeit zu definieren (S. 391), ohne daß er damit diese komplexe psychologische Erfahrung auf Begriffe wie Orgasmusbeständigkeit und Koitusfrequenz reduzieren will (S. 288). In der analytischen Literatur wird dem Phänomen Orgasmus relativ wenig Beachtung eingeräumt (Th. Benedek); ich vermute, dies ist eine Folge der psychoanalytischen „Technik“.
Das vorliegende Buch ist das Ergebnis einer immensen Fleißarbeit. Der erste Teil ist einer Analyse der einschlägigen Literatur gewidmet. Der Autor glaubt, „allen Publikationen von Bedeutung gebührend Aufmerksamkeit geschenkt zu haben“. „Die Spanne reicht von den phantastischsten analytischen Spekulationen — im einen Extrem — bis zu den knappsten unkompliziertesten lerntheoretischen Aussagen — im anderen Extrem“ (S. 17). Das Literaturverzeichnis ist entsprechend umfänglich. Diese Veröffentlichungen zeichnen sich seiner Meinung nach durch weitläufige Schlußfolgerungen aus, entbehren aber der wissenschaftlichen Nachprüfung (S. 50). Fisher warnt wiederholt vor „übertriebenen Simplifikationen“, vereinfacht aber selbst oft fahrlässig, wenn er versucht, psychoanalytische Erkenntnisse zu interpretieren. Aus seiner Kritik geht nicht hervor, daß sich die psychoanalytische wissenschaftliche Methode grundsätzlich von der hier angewandten unterscheidet.
Nach der Auswertung der Literatur scheint ihm „das Ehefrau-Mutter-Ideal“ die treffendste Definition der modalen Feminität geblieben (S. 101). Zunächst genießen Mädchen zwar in ihrer Geschlechtsrollenentwicklung mehr Freiheit als Jungen (S. 110); später aber können durch die stereotypisierte Vorstellung von der „Rolle der Frau“, die bei der Selbstdefinition das Festhalten