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Die Auswirkungen früher Erlebnisse und Erfahrungen auf die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen sind in den letzten zwanzig Jahren zunehmend in den Brennpunkt der klinischen Psychoanalyse gerückt. Davon geben nicht nur die vielfältigen, aber immer noch unbefriedigenden nomenklatorischen und definitorischen Bemühungen um die diagnostische Erfassung der sogenannten frühen Persönlichkeitsstörungen Zeugnis. Erinnert sei hier nur an diagnostische Konzepte wie die Als-ob-Persönlichkeit (H. Deutsch), die schizoide Persönlichkeit (W. R. D. Fairbairn, M. Khan, H. Guntrip), die Grundstörung (M. Balint), die narzißtische Persönlichkeitsstörung (H. Kohut, O. Kernberg, H. Argelander), die Borderline-Personality-Organisation (O. Kernberg), Identitätsstörungen (R. Greenson) und strukturelle Ich-Störungen (P. Fürstenau). Auch die Beschäftigung und intensive Bemühung um die Erforschung und Verbesserung der therapeutischen Technik bei diesen Erkrankungen, die ausgesprochen kontroversen Meinungen über Chancen und Gefahren psychoanalytischer Behandlungen und die Diskussionen über die tatsächliche oder nur scheinbare Zunahme von Patienten dieses Typs zeigen deutlich, daß die frühkindlichen Erfahrungen für die Theorie und Technik der Psychoanalyse eine aktuelle und zentrale Bedeutung gewonnen haben. Ein entscheidender Grund für den fehlenden Konsens in diagnostischer, prognostischer und behandlungsstrategischer Hinsicht scheint mir darin zu liegen, daß unsere Kenntnisse, die wir aus den Erfahrungen und Rekonstruktionen der Analysen Erwachsener gewinnen, noch nicht schlüssig genug mit den direkten Beobachtungen der frühen Objektbeziehungen verknüpft werden können.
Daher weckt das vorliegende Buch von Hans Müller-Braunschweig von vornherein hohe Erwartungen, zumal der Verfasser ein Psychoanalytiker ist, der über ausgedehnte klinische Erfahrungen mit diesen sogenannten „frühen“ Störungen verfügt und damit gegenüber anderen bekannten Erforschern der frühen Kindheit einen Erfahrungsvorsprun