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Bei über einer Million Alkoholkranker in der Bundesrepublik, deren psychische und soziale Probleme in keiner Weise gelöst sind, bedarf ein derartiges Buch eigentlich keiner Empfehlung: der „multikonditionalen Genese“ des Alkoholismus entsprechend, verspricht ein „verschiedene Therapie-Formen umfassendes komplexes Behandlungsmodell“ (S. 25) neue Hoffnung auf Lösung der diesbezüglichen schwierigen Probleme. Allein dreizehn Gruppen-Typen wurden in spezifischer Konvergenz gezielt sechs Wochen lang bei 128 Alkoholkranken angewandt. Die Ergebnisse, mit Hilfe ausführlich abgehandelter testpsychologischer Untersuchungen objektiviert, sind allerdings nicht sehr ermutigend: Während bei Klinikentlassung eine signifikante Besserung nachweisbar war, fielen die Werte ein halbes Jahr später wieder nahezu durchgehend auf die vor Beginn der Therapie bestehenden zurück (S. 242 ff.). Fazit: Bei bereits ausgeprägt bestehender Alkoholabhängigkeit kommt jedes noch so gut durchdachte und aufwendige therapeutische Konzept zu spät. Die Dringlichkeit, aus dieser desolaten Situation psychohygienische Konsequenzen zu ziehen — wirksame Aufklärung über die Gefahren des Alkoholmißbrauchs und effektive Vorbeugung, einschließlich gesetzlicher Maßnahmen im Sinne eines „nationalen Notstandsprogramms“, das sich auch gegen die „Großmacht des Alkoholkapitals“ (S. 282) richtet — kann daher nicht nachdrücklich genug unterstrichen werden.