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Die Kunsttherapie, wie sie hier beschrieben wird, beschränkt die therapeutische Aufgabe auf die „Stützung des Ichs, die Förderung des Gefühls der
persönlichen Identität und der Reifungsprozesse im allgemeinen“ (S. 13). Die Autorin stellt Kunsttherapie und Psychotherapie als einander ergänzend und doch auch in ihrer Verschiedenheit dar. Dadurch grenzt sie die von ihr vertretene kunsttherapeutische Arbeit von der Form der Kunsttherapie ab, in der die bildnerische Darstellung nur als Hilfsmittel der Psychotherapie angesehen wird.
Im Gegensatz zur Psychotherapie, in der schließlich die Beziehung zwischen Kind und Therapeut zum Zentrum des therapeutischen Prozesses wird, lädt nach Auffassung der Autorin die Arbeit mit Farbe, Ton und Buntstift das Kind zum Aufbau einer ganz selbstbezogenen Welt ein, „in der alles, was geschaffen worden ist, ein Stück von seiner Person enthält. Die Angst vor Auseinandersetzung mit dem Selbst wird durch diese narzißtische Befriedigung gemildert. Daher können große Energiemengen im Dienst einer Art von Arbeit mobilisiert werden, in der die Gefahr des Mißerfolges und der Konfrontation mit Konflikten immer gegeben ist“ (S. 43).
Die Autorin, selber ausübende Künstlerin, hat ihre ersten Erfahrungen in der künstlerischen Arbeit mit seelisch gestörten Kindern bereits in den dreißiger Jahren gesammelt, als sie Malklassen für Kinder leitete, deren Familien aus politischen Gründen Deutschland verlassen mußten. Seit 1938 arbeitete sie an verschiedenen Institutionen in den USA, und zwar zunächst als Kunsterzieherin, später als Kunsttherapeutin. Die meisten Fallbeispiele, die sie bringt, stammen aus „kunsttherapeutischen Programmen“, die sie in einem Heim für die psychotherapeutische Behandlung seelisch gestörter Jungen, in einer psychiatrischen Kinderstation und in einer Tagesschule für blinde und sehgeschädigte Kinder eingerichtet hat und leitet. Bei den seelischen Störungen, deretwegen die Kinder das Atelier der Therapeutin aufsuchten, handelte es si