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Das „Manifeste éducatif“ mit dem Untertitel „Protest und Sozialismus“ stellt keine neue Theorie einer sozialistischen Erziehung auf, noch ist es pädagogisches Handbuch, vielmehr ein engagiertes Manifest und ein parteiliches Pamphlet für eine neue sozialistische Erziehung. Es setzt die Argumentation des früheren Buchs von Mendel „Plädoyer für die Entkolonisierung des Kindes“ (Olten-Freiburg, Walter Vlg., ) fort und weitet dessen Thema, Soziopsychoanalyse der Autorität, ins Politische aus, indem die Beziehung der Autorität zur „herrschenden Ideologie“ mituntersucht wird.
Das vorliegende Buch gliedert sich in drei Teile. Mendel hat den ersten und dritten, Vogt den mittleren verfaßt.
Im ersten Teil untersucht Mendel, wie „die Jugend… eine ideologische Klasse“ wird. Will man ihm folgen, muß man berücksichtigen, daß er in allen seinen Schriften marxistische Begriffe und Gedankengänge in privater Weise umdefiniert hat. So gibt es für ihn nicht eine herrschende und eine ausgebeutete Klasse, sondern eine Vielzahl von sozialen Klassen, z. B. die der Jugendlichen, der Schüler, der Eltern, der Lehrer, die sich gegenseitig unterdrücken, sich bekämpfen, aber auch Bündnisse schließen können. Er sollte — um seine Argumentation durchsichtiger zu machen — von sozialen Gruppen sprechen, die sich innerhalb des Klassenkampfes, die einen, um ihre Autorität zu wahren, die ändern, um ihre antiautoritäre Linie durchzusetzen, bekämpfen. Stattdessen unterscheidet er zwei Arten von Klassenkämpfen — den ökonomischen zwischen der sozial herrschenden (bourgeoisen) Ideologie und der Ideologie der Ausgebeuteten — und den Kampf zwischen der autoritären und der antiautoritären (kulturrevolutionären) Ideologie: Als eine ideologische Klasse, führt er aus, identifizierten sich die Kinder und Jugendlichen nicht mehr mit den Erwachsenen, verinnerlichten nicht mehr deren autoritäre Ideologie, sondern lebten die Kindheit mit all ihren Archaismen aus. Als Schüler begännen sie, sich ihren Teil der institutionei