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Dieses Buch ist ein Bildband über die Berggasse 19 — und doch auch eigentlich ein Buch über Freud, obgleich der Hausherr nur einmal — an seinem Schreibtisch sitzend — in seinen Räumen erscheint. Seine Entstehung verdankt es einem Einfall August Aichhorns, der — kurz vor der Ausreise Freuds nach London — fürchtete, daß die Nazis das Mobiliar, die Bibliothek und die Antikensammlung Freuds stehlen könnten. So bat er einen Fotografen, Edmund Engelman, die Wohnung der Familie und die Praxisräume Freuds und seiner Tochter Anna in allen Details aufzunehmen. wärend seiner Arbeit, die eigentlich in Abwesenheit Freuds durchgeführt werden sollte, wurde Engelman von Freud überrascht. So entstanden einige Portraits von Freud, die letzten, die in Wien aufgenommen wurden. Sie zeigen ihn traurig, mit einem bitteren Zug um den Mund — aber ungebrochen und trotzig. Wie nie auf einem Foto vorher, hält er den Kopf so, daß man unmittelbar an die Redensart denkt: jemandem die Stirne bieten (Abb. 38).
In der Einleitung erzählt Engelman das Schicksal der Negative — eine unglaubliche und abenteuerliche Geschichte, so unglaublich und abenteuerlich wie die Schlußphase von Freuds Leben: Engelman mußte kurz nach Erledigung seines Auftrages unter Zurücklassung aller seiner Habe, auch der Negative, fliehen. Er vertraute sie Aichhorn an. Bei Aichhorn überstanden sie die Bombardements. Dann starb Aichhorn, und seine Familie gab sie seiner Sekretärin. Diese sandte sie Anna Freud nach London. Dort entdeckte sie Engelman im Verlauf einer komplizierten Suchaktion nach dem Kriege wieder. Der Rettung dieser Negative verdanken wir dieses Buch. Es ist ein stilles Buch, aus dem uns die Wehmut des Abschieds und die Traurigkeit des „nevermore“ entgegenweht. Engelman läßt uns diese Welt sehen mit dem Blick des Mannes, der nach mehr als 40 Jahren aus ihr vertrieben wird. Die Kamera wandert von Zimmer zu Zimmer, tastet die Wände voller Bilder und Dokumente ab, bemüht sich um die Wiedergabe der Sammlungen, erfaßt d