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Die Herausgeberin und Autorin dieses Bandes, deren Leistung und Sachkenntnis man nur bewundern kann, kennzeichnet in der vorangestellten Leseanleitung ihre „Schwarze Pädagogik“ als einen tendenziös angelegten Versuch, Folgen und Begleiterscheinungen der betonten pädagogischen Aufmerksamkeit, der sich der Heranwachsende in unseren Breiten seit dem 18. Jahrhundert ausgesetzt sieht, analytisch zu durchleuchten, indem sie das vorhandene Material nach einem bestimmten Muster zusammenstellt und dokumentiert. Sie hat Texte namhafter bis berühmter pädagogischer Autoren gesichtet und unter pointierenden überschriften gesammelt, wobei sie sie gegen den Strich, d. h. gegen die ursprüngliche, in der Regel idealistische und fortschrittsgläubige Absicht der namhaften Autoren zitiert. Die Texte sind nirgends entstellt, allenfalls zur Verdeutlichung der ihnen innewohnenden Tendenz gekürzt und, wie gesagt, mit pointierender überschrift versehen. Noch stärker pointierend wirken allerdings die zeitgenössischen Abbildungen, die oft fatal an die Zeichnungen des Vaters Schreber erinnern. Der sadistische Einschlag in den pädagogischen Bemühungen Schrebers ist ja inzwischen dank einer Reihe aufschlußreicher Arbeiten allgemein erkannt; man weiß, daß seine orthopädischen Streck- und Haltevorrichtungen den biographischen Erfahrungskern der Wahninhalte des Sohnes Schreber abgaben. Darüber hinaus macht uns nun Katharina Rutschky mit ihrer „Schwarzen pädagogik“ bewußt, wie sehr diese sadistische Grundströmung der pädagogik der gesamten Epoche eignete: „Erziehung als Rationalisierung des Sadismus“ heißt eine vielsagende Kapitelüberschrift. Durch die vorsichtige, indirekte Art ihrer Argumentation wird man sozusagen mühelos von der Richtigkeit ihrer Thesen überzeugt. Auch geht die Beweiskraft nicht allein aus den Texten und Bildern selbst hervor; im Lesen und Betrachten wird man geradezu darauf gestoßen, daß man dies alles ja kennt und von Kindheit an mit sich herumträgt. Es ist der Autorin gelunge