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Ein interdisziplinäres Unternehmen — und ein solches ist das vorliegende Buch unzweifelhaft — verlangt eigentlich auch eine interdisziplinäre Besprechung.
Im konkreten Fall haben wir es jedoch mit einem Buch zu tun, das sich in einem solchen Ausmaß mit tiefenpsychologischen überlegungen und psychoanalytischen Themen befaßt, daß man es ruhigen Gewissens auch der psychoanalytischen Literatur zuordnen und etwas einseitig aus diesem Blickwinkel besprechen darf.
Der Autor selbst will seinen ‚Bericht‘ zunächst nur als eine technische Voruntersuchung zu einer Computersimulation verstanden wissen. Dabei geht er von der Annahme aus, daß die Selbstreflexion eine Eigenschaft eines ganz bestimmten Typs von selbsttätigen Regelsystemen ist. Es wird nun auf dem Hintergrund der überzeugung, daß Kant und Freud „ausgesprochene Systemforscher eher als Verbalphilosophen“ (S. 247) waren, der konsequente Versuch unternommen, die Aussagen der Philosophie des Idealismus (Fichte, Kant) und der Psychologie Freuds „mit den Mitteln der Systemanalyse zu formalisieren, um sie von ihrer verbalen und terminologischen Unschärfe zu befreien“ (S. 11). Diese übersetzungsversuche sind teilweise faszinierend und im Rahmen der verwendeten kybernetischen Modelle durchgehend klar und verständlich.
Zur Verständlichkeit ganz allgemein: Das Buch verwendet im interdisziplinären Vergleich außergewönlich häfig Zitate, insbesondere auch aus dem umfangreichen Werk Freuds. Diese Form des massiven Einsatzes von Zitaten scheint mir methodisch richtig und bedeutet selbst für den ‚vorgebildeten‘ Leser einen Gewinn. Der Absicht des Buches entsprechend ist die vom Autor bevorzugt verwendete Sprache in Blockschaltbildern. Diese Sprache ist im Text so weit kommentiert, daß sie auch für den Psychoanalytiker unschwer zu verstehen ist. Mehr noch, man findet dabei eine Menge psychoanalytischen Gedankengutes sehr eindrucksvoll ‚übersetzt‘. Die mathematischen Sprachteile sind insgesamt spärlich und für den interessierten Laien v