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Noch Anfang der 60iger Jahre wurde man am Institut für Sozialforschung darüber belehrt, daß es nicht angehe, von einer „Frankfurter Schule“ der Soziologie zu reden. Solch eine Ausdrucksweise bedeute ein Stück Verdinglichung von Gedachtem, der sich die Begründer jener „Schule“ solange wie möglich zu widersetzen versuchten. Fast befremdlich erscheint dem, der sich solche Ermahnungen zu Herzen nahm, die Geste des Historikers, der Geschichte und Theorie dieses Instituts einfach zum Gegenstand einer Dissertation macht. Aber Jay, ein junger amerikanischer Historiker, hat sich seiner Aufgabe mit großer Gewissenhaftigkeit gewidmet. Allein seiner Arbeitsleistung gebührt schon Respekt. Es ist ihm darüber hinaus gelungen, die Arbeiten des Institutes so darzustellen, daß sein Buch zugleich als eine der besten Einführungen in das Denken der „Frankfurter Schule“ betrachtet werden kann. Kritische Theorie ist ihm gleichbedeutend mit dialektischer Phantasie.
Erfreulich ist, daß die übersetzung dieses Buches in enger Zusammenarbeit mit dem Autor erfolgte und offensichtlich von Fachkundigen besorgt wurde. Die Arbeit der übersetzer kommt der Sorgsamkeit des Autors gleich. Der sehr umfangreiche wissenschaftliche Apparat belegt das. Verwunderlich ist,