You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Brückners Untersuchung über Freuds Privatlektüre ist seltsam inkonsistent und läßt sich schwer referieren. Sie paßt nicht recht in den Zusammenhang der politisch-essayistischen Schriften, die der Autor seit 1967, seit der mit Johannes Agnoli gemeinsam verfaßten Studie über die „Transformation der Demokratie“ (Voltaire Verlag, letzte Aufl. ) publiziert hat; ebensowenig paßt Brückners Buch über Freuds Privatlektüre in den Zusammenhang der philologisch-historischen Untersuchungen zu Freuds sozio-kulturellem Horizont, wie sie etwa Jack J. Spector („Freud und die Ästhetik“, Kindler ) oder Marthe Robert vorgelegt haben („Sigmund Freud — Zwischen Moses und Ödipus“, List ). Und Brückners Untersuchung paßt auch nicht recht in einen dritten Zusammenhang: den des ‚puren‘ biographischen Interesses, das sich auf die Lebenszeugnisse Freuds richtet, auf die Faktizität seiner Existenz, und allgemeinere Interpretationen verschmäht; ein Interesse, das das monumentale Album „Sigmund Freud. Sein Leben und Werk in Bildern und Texten“ befriedigt wie keine ähnliche Publikation zuvor.
Freilich sind diese drei Zusammenhänge in Brückners Untersuchung gegenwärtig. Zu Brückners politischer, durch die Erfahrungen der Protestbewegung motivierter