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Kritik an der Psychoanalyse hat es seit ihrem Bestehen gegeben, doch seriös und an ihren Problemen interessiert war immer nur ein geringer Teil davon. Neuerdings sind es besonders die (wenn auch doppelbödige) Apologie des Patriarchats und die explizite Frauenfeindlichkeit, die viele Marxisten und Feministinnen dazu verleiten, sich eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse zu ersparen. Da tut es gut, mal wieder ein Buch zu lesen, das sich auf den Stoff einläßt, an dem die psychoanalytische Theorie erarbeitet wurde. Bettelheim geht es um die psychoanalytische Theorie der Männlichkeit und darum, was in der Sozialisation des Mannes unter patriarchalischen Bedingungen unterschlagen und verdrängt wird. Er teilt gerade nicht den gängigen Konsens, daß die Psychoanalyse zwar eine adäquate Theorie über den Mann, nicht aber über die Frau besitze. Ausgehend von Fallmaterial aus seiner eigenen therapeutischen Praxis, das insgesamt leider allzuwenig Berücksichtigung erführt und nur als „Aufhänger“ dient, versucht B. anhand