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Die vorliegende Schriftensammlung vereinigt kleinere Arbeiten Piagets aus der Zeit zwischen 1954 und 1971. Sie kann vor allem dem Leser nützlich sein, der einen ersten Zugang zu Piagets Entwicklungspsychologie finden möchte. Dabei vermitteln die Arbeiten eines durchaus repräsentativen Abriß seines Denkens und bieten nicht die terminologischen Schwierigkeiten, die ansonsten das Verständnis seines Werkes erschweren. Der mit Problemen der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie Vertraute wird an zahlreiche Anknüpfungsstellen und Schnittpunkte zwischen „genetischer Psychologie“ und Psychoanalyse herangeführt, wobei diese Schriftensammlung an einigen Stellen den Dialog mit dem psychoanalytischen Leser ausdrücklich sucht.
Als junger Gelehrter stand Piaget eine Zeitlang in den Reihen der damals noch keineswegs populären Psychoanalytiker. Ohne Zweifel hat Freuds Denken einen nachhaltigen Einfluß auf seine Forschung ausgeübt. Später suchte er in seiner Genfer Schule eine schärfere Abgrenzung gegenüber der Psychoanalyse und hat offensichtlich auch da, wo neuere psychoanalytische Entwicklungspsychologen wieder günstigere Voraussetzungen für eine Synthese eröffneten, konsequent den eigenen Weg verfolgt. Immerhin äußert er die Überzeugung, „daß die Psychologie der kognitiven Funktionen und die Psychoanalyse eines Tages gezwungen sein werden, sich zu einer allgemeinen Theorie zu verschmelzen, die sie beide durch gegenseitige Korrektur verbessern wird“ (S. 31).
Eine zentrale Rolle spielt in Piagets Denken die folgenreiche Entwicklung der Motorik, ein Gebiet, das in der Psychoanalyse bisher weniger systematische Erforschung erfahren hat. Er sieht eine logische Abfolge vom nahezu reflexhaften Verhalten des Neugeborenen bis zum Einsetzen des Sprechens, der Symbolfunktionen und der Intelligenzentwicklung. „Es bedarf einer langen Übung der konkreten Handlungen, um die Teilstrukturen des späteren Denkens zu entwickeln“ (S. 16). Auch der Erwerb geistiger Bilder, das, was er den „figurat