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Das weitgehend in klarer, einfacher Sprache geschriebene Buch wendet sich wohl überwiegend an Psychotherapeuten. Vom Inhalt her bedürfte es einer eingehenderen Auseinandersetzung, als dies in einer Buchbesprechung möglich ist.
Caruso hält die Psychoanalyse für ein Produkt des Kapitalismus (S. 102), für „eine gleichsam bürgerliche Wissenschaft, die nur von den Unarten des bürgerlichen Daseins lebt“ (S. 76). Diese These ist — wie auch die hier verwendeten Begriffe der „orthodoxen“ bzw. „klassischen“ Psychoanalyse — für Carusos Position aufschlußreich, der sich ja selbst als Psychoanalytiker versteht, wenn auch als „freier“.
Er fordert, daß die pränatale Wirksamkeit der Sozialisation (der Integration des Menschen in die Gesellschaft) nicht verschleiert werden darf. Sozialisationsfehler verletzen die Humanität bereits intrauterin. Die Neurose der gesellschaftlich geprägten Mutter führt über ihre physiopathologischen Rhythmen zu Unlustempfindungen des Foetus. Andererseits kann man im pränatalen Stadium eine Homöostase, das eigentliche „Nirwana-Prinzip“, finden. Diese glücklichen oder aber vorzeitig unglücklichen Empfindungen sind für die spätere Erfahrung von grundlegender Bedeutung. Nach der mit einem Trauma einhergehenden Geburt lebt der Säugling in einem „sozialen Uterus“ (Portmann). Der primäre Narzißmus ist daher bis zu einem gewissen Grad eine gesellschaftliche Erscheinung. Im primären Narzißmus ist — nach Caruso — die Dualeinheit Mutter/Kind mit Libido besetzt, also bereits Liebe zum Selbst und Liebe zu einer Bezugsperson, eine „mikrosoziale Liebe“. Eine gelungene Sozialisation ist demnach das Ergebnis der primär-narzißtischen Liebe. Aus der Dualunion entsteht zuerst über die Kommunikation mit dem Vater der Übergang zur Welt. Diese komplizierten Beziehungen sind schon vor der Zeugung vorbereitet. Entsprechend einer Typologie der Mütter (Rottmann) könnte eine Typologie der Väter (starke, schwache, ablehnende usw.) entworfen werden. Der verbreitetste, zum Autismus füh