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Auf die Neugierde, was wohl der Inhalt des Buches mit diesem ungewöhnlichen Titel sei, folgte beim Empfang ein leises Mißbehagen. Es ist eine Art Karikaturenband mit einem Vorwort für Erwachsene und Kinder. Für letztere ist er ganz sicher nicht geeignet.
Ich mag Psychiaterwitze, wenn sie gut sind, und fand auch in diesem Band einiges zum Schmunzeln. Da ich aber — im Gegensatz zu Sigmund Freud — im allgemeinen wenig von Witzen verstehe, fragte ich zwei ausgesprochene Kenner auf diesem Gebiet nach ihrem Eindruck. Eine junge Frau von 31 Jahren: „Ein typisches Buch für Witz-Ignoranten.“ Ein Mann von 78 Jahren: „Nicht einmal als Karikaturen sind die Bilder gut. Der Text ist weder für Kinder noch für Erwachsene.“ Ein paar Beispiele sollen dem potentiellen Leser zeigen, ob er „Freud für Kinder“ mögen würde. Das Ganze ist eine Verulkung der tiefenpsychologischen Terminologie — in Wort und Bild. Da sieht man beispielsweise den Knirps vor der Schlafzimmertüre seiner Eltern stehen und ein Schild „Nicht stören“ betroffen anstarren. Der Text dazu: „Die Gefühle, die du hast, wenn Mammi und Pappi ihre Tür abschließen, nennt man ödipale.“ Später: Der Bub ist beim Kinderpsychologen. Er träumt von seiner kleinen Freundin Susi, mit der er Doktorspielchen machen möchte. Text: „Wenn er dich bei deinem Besuch sitzen läßt, nennt man das eine Therapie. Das heißt, du kannst ihm von Susi erzählen.“ Nächstes Bild: Der Psychotherapeut macht Notizen. Text: „Wenn du dich auf seine Couch legen sollst, nennt man das Tiefenanalyse. Wenn du ihm jetzt von Susi erzählen willst, bezeichnet er das als Widerstand.“ De gustibus …