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Die Symptombilder psychischer Störungen haben sich in den letzten Jahrzehnten in charakteristischer Weise verändert — als folgten die Patienten einer Tendenz zur Symptomgestaltung im Sinne sozialer Unauffälligkeit, Anonymität. Neben den diffusen, lebensgeschichtlich früh zu lokalisierenden Störungen vom Typus der strukturellen Verwahrlosung und der präpsychotischen Zustände sind narzißtische Charaktere und psychosomatische Zustandsbilder (vom Typus der Herzneurose) häufig. Die in diesen Krankheitsbildern zutage tretende „Ausdrucksverarmung” ist die Folge veränderter Lebens-, Erziehungs- und Arbeitsverhältnisse im Übergang zu einer vergleichsweise „unpsychologischen” von manchen Autoren als „postindividualistisch” bezeichnete Phase der gesellschaftlichen Entwicklung.