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Es ist nur konsequent, wenn in einer Zeit, in der man auf so manchem Psycho-Trip abfahren kann, auch ein „Kursbuch für die Seele” veröffentlicht wird. Das Buch von Nischk ist ausdrücklich „für Menschen geschrieben, die
wissen wollen, wohin der Psycho-Hase läuft” (S. 11). Nun ist es alles andere als ein leichtes Unterfangen, die gegenwärtige gesellschaftliche Situation der Psychotherapie und ihre Entwicklung zu beschreiben, zumal wenn man nicht nur therapiesuchenden Laien, sondern auch professionellen Therapeuten die Richtung weisen will. Den Mut dazu kann in der gegenwärtigen Situation wohl bloß ein ehrgeiziger Journalist aufbringen. Aber auch er kann den Problemkomplex nur mit den entsprechenden Vereinfachungen, Verkürzungen und Selektionen bewältigen. Man muß daher an eine solche Arbeit, auch weil sie deutlich auf die Marktlücke zielt, entsprechende Kriterien anlegen.
Ziemlich dürftig fällt der soziologische Hintergrund der Argumentation aus. Sie beschränkt sich hauptsächlich auf quantitative Feststellungen. Der Autor hat ausgerechnet, daß „von den rund 62,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik 20 Millionen neurotisch, 10% aber seelisch so krank (sind), daß sie behandlungsreif wären. Das sind 6 Millionen Neurotiker im Land, von denen wiederum 10% so krank sind, daß eine Nichtbehandlung zu einer schwerwiegenden und gefährlichen Krise in ihrem Leben führen könnte” (S. 34). Dies ist jedoch erst der Anfang; die eigentliche Neurosenlawine rollt erst noch auf uns zu. Sie ist in gewisser Weise der Ausdruck einer „Demokratisierungstendenz“: „Mehr Menschen erkranken an mehr Neurosen als je zuvor. Was noch bis weit in die fünfziger Jahre hinein galt, stimmt nicht mehr: daß nämlich nur die Reichen … sich ihre neurotischen Probleme leisten könnten. Jetzt hat's bereits den Mittelstand erfaßt. Während die Unterschicht zwar noch immer eher in die Psychose abrutscht oder sich somatischen Krankheitssymptomen hingibt … ‚ geben sich diese Unterschiede trotzdem allmählich — vor