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Kiernan schreibt in seinem Buch: „Wer in den Buchhandlungen die mit Psychologie-Literatur vollgestellten Regale durchsieht und in den Prospekten der Verlage blättert, dem muß es auffallen, daß es zwar zahlreiche Bücher gibt, die für bestimmte Psychotherapien und die von ihnen vorgeschlagenen Wege zur seelischen Gesundheit werben, aber kaum ein Buch, das in möglichst objektiver Form über die verschiedenen Theorien, Techniken und Schulen des psychotherapeutischen Dienstleistungsgewerbes Auskunft gibt, Auskunft, die auch der ratsuchende Laie verstehen kann” (S. 17 f.). Das stimmt insofern, daß tatsächlich nach wie vor „möglichst objektive” Bücher zum Thema Mangelware sind und der „ratsuchende Laie” nach wie vor mit beträchtlichen Verständnisschwierigkeiten zu kämpfen hat, wenn er sich im „Psychobabel” (Kovel) zurechtfinden will. Es stimmt insofern nicht, als inzwischen die Flut der Psychotherapie-Literatur eine zweite Welle von „Führern” und „Leitfäden” ausgelöst hat (die allerdings nicht unbedingt den genannten Kriterien entspricht). Ich bin gespannt, wann der erste „kritische Führer” durch die „kritischen Führer” erscheint …
Die Analyse von psychotherapeutischen Modellen und ihr Vergleich ist ein schwieriges Unterfangen. Es setzt einen metapsychologischen Reflexionsprozeß voraus: der Vergleich von unterschiedlichen Gebrauchswerten verlangt eine Theorie des Gebrauchswerts. Das ist in bezug auf Psychotherapien eine beträchtliche Schwierigkeit, nicht nur, weil der allgemeine Entwicklungsgrad einer umfassenden „Theorie des Subjekts” noch vergleichsweise gering ist, sondern auch, weil die Reflexivität des Erkenntnisprozesses subjektbezogener Wissenschaften „Objektivität” nicht ohne weiteres ermöglicht. Es ist daher nicht verwunderlich, daß viele der Versuche, einen Überblick über die verschiedenen Psychotherapien zu geben, entweder oberflächlich bleiben oder sich im theoretischen Gestrüpp verfangen, was sie dann nötigt, sich durch Eklektizismus oder Hilfskonstruktionen abz