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Edith Jacobson sieht das wachsende Interesse am Problem der Identität im Zusammenhang mit der wachsenden Zahl der Borderline-Fälle und der psychotischen Patienten, die eine Auflösung von essentiellen Identif izierungen zeigen. Im Zusammenhang mit diesen Identitätsproblemen arbeitet Jacobson in ihrem neuen Buch ihren früheren Aufsatz über ‚Das Selbst und die Welt der Objekte‘ um und erweitert ihn.
Sie setzt sich auseinander mit den Vorstellungen Freuds über primäre und sekundäre Formen des Narzißmus und Masochismus. Sie stellt die Wechselwirkung zwischen der Identitätsentwicklung, den Schicksalen der Objektbeziehungen und der Identifizierungen sowie der Entstehung der Ich-UberichSysteme dar. In einer kritischen Übersicht wird die Literatur zur Identität untersucht. Es folgt ein Abschnitt über die Adoleszenz, die für die Herausbildung der Identität und die endgültige Regulation des Selbstwertgefühls so bedeutsam ist.
Jacobson stellt sich einen „psychoökonomischen Anfangszustand“ vor, der durch ein niedriges Spannungsniveau und durch eine allgemein diffuse Verteilung noch undifferenzierter psychophysiologischer Energie gekennzeichnet ist. Nach der Geburt beginnt sich die Triebabfuhr nach außen zu entwickeln. Im Verlauf der strukturellen Differenzierung ergeben sich Fusions- und partielle Neutralisierungsprozesse. Mit einem Teil der libidinösen und aggressiven Triebe sowie den neutralisierten Trieben werden die Systeme Ich und Überich besetzt. Diese Vorstellungen zwingen unter Umständen dazu, das Konzept des primären Masochismus (Freuds Todestriebtheorie) aufzugeben.
Aus der Vorstellung, daß sich die libidinösen und aggressiven Triebe aus undifferenzierter Energie heraus entwickeln, ergibt sich für Jacobson weiter, daß man auch auf das Konzept eines primären Narzißmus verzichten kann. Die Entwicklung des sekundären Narzißmus und des sekundären Masochismus setzt erst im Stadium der beginnenden Ich-Entwicklung ein. Die Aufrichtung des strukturellen Ich-Systems schließlich be