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In den Anfängen der Psychoanalyse war der in der psychoanalytischen Situation vom Patienten mitgeteilte Traum von zentraler Bedeutung: er galt als „via regia“ in die unbewußte Welt des Analysanden und seine Deutung nahm einen großen Raum ein. Mit der Entdeckung der Übertragung und ihrer Bedeutung für den psychoanalytischen Prozeß verlor die Traumdeutung langsam ihre dominierende Stellung bis hin zu einer merklichen Vernachlässigung. Dies zeigt sich etwa darin, daß heute die psychoanalytische Ausbildung zwar ohne theoretische und technische Seminare über Übertragung und Gegenübertragung nicht mehr möglich ist, dies aber für die Traumanalyse nicht im gleichen Ausmaß zutrifft. Aus diesem Grund besteht m. E. gerade bei manchen jungen Analytikern eine Unsicherheit über den Umgang mit dem Traummaterial während der analytischen Stunde.
Ich möchte diejenigen, die sich mit Fragen der Traumanalyse näher beschäftigen wollen, auf die jetzt im International Journal of Psycho-Analysis abgedruckten Vorträge und Koreferate des Internationalen Psychoanalytischen Kongresses in London 1975 hinweisen. Unter dem Titel: „The changing use of dreams in psychoanalytic practice“ referierten Harold P. Blum (New York), M. Masud R. Khan (London), Ernest Hartmann (Boston) und Carlos Plata-Müjica (Bogota). Eine Zusammenfassung der Plenumsdiskussion wurde von Homer C. Curtis und David M. Sachs (Philadelphia) besorgt.
Blum umriß in seiner Einführung in das Thema den wohl klassisch zu nennenden Standpunkt der Traumanalyse, der allerdings der Weiterentwicklung der analytischen Technik und der modernen Ich-Psychologie weitgehend Rechnung trägt. Demgegenüber verfolgte M. Khan in seiner Arbeit Gedanken, die er in früheren Publikationen schon entwickelt hatte, die hier in Deutschland aber leider bislang kaum Beachtung gefunden haben. So stellte Khan diesmal neben sein schon 1962 aufgestelltes Konzept vom „guten Traum“ und dem späteren Konzept vom „Traum-Raum“ (dream Space), in dem neue psychische Erfahrung