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Im Nachwort zur Taschenbuchausgabe seiner „Lehrjahre auf der Couch“ beschreibt T. Moser die Entstehungsgeschichte seines kleinen Buches „Gottesvergiftung“. Demnach mußte er seine Analyse wiederaufnehmen, denn, wie er einsehen muß, sollte Kohut (und mit ihm mancher Kritiker) wohl recht behalten mit der Deutung: Moser habe an seiner Frömmigkeit festgehalten, nur eben „von der Heilsbotschaft zur Heilungsbotschaft“ übergewechselt; d. h., er habe unbemerkt psychoanalytische Wahrheit an die Stelle der religiösen gesetzt und so idealisierend die Durcharbeitung seiner Neurose unterlaufen.
Wie konnte dieser Zusammenhang in der analytischen Kur unentdeckt bleiben? Moser schreibt dazu: „Das Schlimme war, daß sie (die Psychotherapeuten), spezialisiert auf die Nachwirkungen der wichtigsten Familienmitglieder im Seelenleben ihrer Patienten, die Gottesvergiftung kaum erkannten“ (S. 30). Die in den „Lehrjahren“ dokumentierte Analyse blieb also bruchstückhaft, weil neben dem ödipalen Dreieck die Beziehung zu Gott als Person unbearbeitet blieb; im rigid protestantischen Klima war Gott, neben Vater und Mutter, die wichtigste Bezugsperson.
Moser ist es aber nicht um eine Kritik des psychoanalytischen Familialismus zu tun (vielleicht aus eben der Blindheit seiner Profession), sondern um eine Abrechnung. Deshalb wählt er auch die Form eines blasphemischen Gebets, um mit dem Gott der Kindheit, den er tot glaubte, der aber überlebt hat „in meiner seelischen Struktur“ (S. 19), als „mein Selbsthaß“ (S. 20), als „Krankheit des Angewiesenseins auf deine (Gottes) Gnade“ (S. 15) fertigzuwerden: „Lieber Gott, ich möchte mit einem Fluch beginnen, oder mit einer Beschimpfung, die mir bald Erleichterung brächte. Eine Art innere Explosion müßte eswerden,