You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Bei dem großen Interesse der Öffentlichkeit an den Problemen der Versorgung psychisch gestörter Menschen bedürfen diese Bücher kaum einer besonderen Empfehlung. Es geht in ihnen aber weder um modisches antipsychiatrisches Engagement im Sinne der sozial-therapeutischen Bewegung, noch um konservative
schulpsychiatrische Pharmakotherapie. Erklärter Zugang zu einem besseren Verständnis der Behandlung schizophrener Psychosen ist vielmehr die Psychotherapie, und diese basiert auf psychoanalytischer Grundlage. Der von Paul Matussek herausgegebene und mit verbindenden erklärenden Kommentaren versehene „Reader“ faßt historisch wichtige, epochemachende Arbeiten von Pionieren der individuellen Psychotherapie schizophren Erkrankter in geschickter Auswahl zusammen. Die Palette der Autoren reicht von M. A. Sechehaye über das Ehepaar Lidz und G. Benedetti bis zu H. F. Searles. Der aktuelle familientherapeutische Ansatz tritt gegenüber dem individuell-psychotherapeutischen mit nur einem Aufsatz von M. Bowen zurück. Die Wirksamkeit des am Einzelnen ansetzenden, psychoanalytisch orientierten Vorgehens wird mit einer Auswahl objektivierender Untersuchungen belegt. Der Wert dieser Beiträge ist indessen etwas beeinträchtigt, da die Art der Modifikation der psychoanalytisch orientierten Methoden nicht klar ausgewiesen wird.
Diesbezüglich besteht in dem Buch von L. B. Boy er keine Unklarheit: Es ist die klassische Psychoanalyse, zuweilen auch Standardmethode genannt, die in der Privatpraxis bei Kranken mit schizophrenen Psychosen und Grenzfällen angewandt wird. Hier betreffen die Zweifel nicht die Methode, sondern die Diagnose. Es ist ziemlich sicher, daß die von Boyer behandelten Fälle keine typischen Schizophrenien im Sinne von Prozeßschizophrenien sind, wie sie hierzulande in psychiatrischen Kliniken behandelt werden. Dies schmälert allerdings den Wert der vorzüglichen Falldarstellungen und Behandlungsberichte dieses Buches keineswegs. Theoretisch ist die Reaktivierung „archaischer Pa