You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Dieses Buch enthält eine Sammlung von Publikationen Karen Horneys, alle zum Thema der weiblichen Sexualität. Sie stammen aus den Jahren 1922 bis 1936 und befassen sich mit den Themen „Ursprung des Kastrationskomplexes bei der Frau“; „Angst vor der Frau: über einen spezifischen Unterschied in der männlichen und weiblichen Angst vor dem andern Geschlecht“; „Verleugnung der Vagina“; „Mütterliche Konflikte“; „Persönlichkeitsveränderungen bei adoleszenten Frauen“; „Psychogene Faktoren bei funktionellen Beschwerden der Frau“. Von ihrer praktischen Erfahrung ausgehend, stellt Horney immer wieder Ansichten Freuds über die weibliche Sexualität in Frage, z. B. ob Phänomene wie Penisneid oder weiblicher Masochismus allein aus der Kindheitsgeschichte der Patientinnen herrühren, ob nicht die in unserer Kultur typische Einstellung gegenüber der Frau zum vermehrten Auftreten dieser Phänomene geführt hat. Gleichzeitig vervollständigt sie die Erkenntnisse Freuds mit der Beobachtung, daß sie bei ihren männlichen Patienten ebenso oft „Gebär- und Brustneid“ angetroffen habe wie den Penisneid bei den Frauen. Daß der Penisneid soviel leichter zutage trete als der Brust- und Gebärneid, zeige nur, wieviel stärker in unserer Kultur der Neid des Mannes auf die Frau abgewehrt werden müsse als umgekehrt. Sowohl den Penisneid der Frau als auch den Gebär- und Brustneid des Mannes sieht Horney als Abwehr gegen viel früher gesetzte Traumen. Sie betont, daß der frühkindliche Narzißmus gerade bei der Bildung der sexuellen Identität eine wesentliche Rolle spiele. Dabei sei es wichtig, daß das Kind in dieser Phase nicht von einer prägenital übermächtig erlebten Mutter in seinem Narzißmus exzessiv gekränkt werde. Wenn die Mutter von Tochter oder Sohn als übermächtig erlebt werde, entstehe Wut mit allen damit verbundenen destruktiven Phantasien und Schuldgefühlen und der darauf folgenden Depression. Lange vor der narzißmus-Diskussion hat Horney schon darauf hingewiesen, daß bei solchen Patienten eine An