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Der Titel des Buches „Psychoanalysis and Women“ ist wohl in Anlehnung an das Buch der Feministin Juliett Mitchell „Psychoanalysis and Feminism“ gewählt worden. Mitchell untersucht in ihrem 1974 geschriebenen Buch die Brauchbarkeit der psychoanalytischen Theorie für die Befreiung der Frau. Dabei kommt sie zu dem Schluß, daß bei einer differenzierten Betrachtungsweise das Werk Freuds das größte emanzipative Potential enthalte, verglichen etwa mit den Arbeiten Ronald Laings oder Wilhelm Reichs.
Anders die Psychoanalytikerin J. Baker-Miller: Sie versucht, die Ansichten Freuds als überholt darzustellen und will zeigen, daß andere, Freud widersprechende psychoanalytische Autoren, bessere Beiträge zum Thema der weiblichen sexualität zu bieten haben. In Bakers Zusammenstellung sind Artikel von verschiedenen Autoren und von sehr verschiedener Qualität ausgewählt, mit dem hintergründigen Anspruch, die psychoanalytische Theorie — oft in leider sehr plumper Form — vom Vorwurf des Sexismus zu befreien. Dabei mag es nachdenklich stimmen, daß die besten Artikel fast ausnahmslos aus den zwanziger bis vierziger Jahren stammen. In diesen Jahren hat eine teilweise sehr kontroverse Auseinandersetzung mit Freuds Ansichten über die weibliche sexualität stattgefunden, die später fast vollständig einschlief. Dabei hat jene Generation von Psychoanalytikern mit dem Vorwurf, Feministinnen litten nur unter einem pathologischen Penisneid, ein auch sozial bedingtes Problem auf ein rein intrapsychisches reduziert. Mit dem Penisneid der Frau beschäftigen sich denn auch eine ganze Reihe von Artikeln. Dabei versuchen sich bekannte Pioniere wie Karen Horney, Frieda Fromm-Reichmann und Clara Thompson von Freuds monistischer Auffassung der weiblichen sexualität zu lösen.
Horney vertritt in zwei Artikeln („Flucht vor der Weiblichkeit“ und „Zum Problem des weiblichen Masochismus“) die Auffassung, daß es verständlich sei, wenn sich die Psychoanalyse hauptsächlich mit der männlichen sexualität befasse. Es se