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Der Autor skizziert zunächst die soziale Lage der Ärzteschaft im (ausgehenden) 19. Jahrhundert: die Profession gewann in dem Maße an sozialem Prestige, wie die miteinander konkurrierenden Ärzte moralische Spezialqualifikationen durch neue technische Kompetenzen ersetzten. Neue Institutionen wie die Privatpraxis und die Sprechstunde markierten diesen Wandlungsprozeß. Freud knüpfte an diese Neuerungen an, als er in den Jahren 1886-1912 das spezifische Arrangement der psychoanalytischen Kur ausbildete. „Grund“- und „Abstinenz“-Regel schufen eine experimentelle soziale Nullsituation, in der es möglich wurde, die Übertragungsphänomene der Patienten sozusagen „rein“, als Produkte ihrer psychischen Konflikte darzustellen.