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In einer Zeit therapeutischer Verunsicherung und zunehmender Erfolgsnachfragen ist es schon ermutigend, von „Erneuerungen“ (Tharp/Wetzel, 1975, S. 6) zu hören, die ihre Kritiker (vor allem Psychoanalytiker, nun auch mich) mit Kosenamen wie „Traditionalist“ (1975), „Lästerer“ (1975, S. 48) oder „Verleumder“ (1975, S. 96) belegen. Das ist eine Vorwärtsstrategie, die angesichts ihrer Erfolge überflüssig scheint: Tharp/ Wetzel haben in Amerika innerhalb kurzer Zeit über 100 Klienten behandelt, ohne überhaupt einen von ihnen je „zur Behandlung gesehen“ (1975, S. 4) zu haben — bis auf ein kurzes Begutachtungsinterview (1975). Ein bemerkenswerter Erfolg, der nicht unbeachtet bleiben konnte und dazu geführt hat, daß bereits eine Reihe von Erziehungsberatungsstellen in Deutschland die Technik der Erneuerer anwenden (Bergold i. Vorw., S. V) und auch die Fortbildung in der Sozialarbeit sich zunehmend an Tharp/Wetzel orientiert (etwa Kuhnle, 1977; Emminghaus et al., 1977). Wie ist der Erfolg zu erklären?
Das Geheimnis ist der „unmittelbare Therapeut“ („Jeder mit Verstärkern!“), dem eine beratende Person („Jeder mit Wissen!“) zur Seite steht, um ihm die Therapie der Zielperson („Jeder mit einem Problem!“) zu erleichtern (Tharp/Wetzel, 1975, S. 52). Die erste ‚Do it yourself-Therapie‘ also — abgesehen von Selbstanalysekonzepten (Ticho, 1971), aber die wurden ja in der Gruppe der „Lästerer“ entwickelt —, besonders geeignet für den dünn besiedelten amerikanischen Westen (Tharp/Wetzel, 1975, S. VIII), aber auch für Alaska, sofern ein Buschflugzeug zur Verfügung steht, damit der Therapeut wenigstens sein Begutachtungsinterview absolvieren kann (1975, S. 131). Der Therapeut als Batman?
Genug des „Lästerns“. Der Einbezug der natürlichen Umwelt, die Entfaltung ihrer natürlichen therapeutischen Kraft durch Entspezialisierung der Technik statt durch Professionalisierung der Laien (1975, S. 17) hat wichtige und richtige Erkenntnisse zur Grundlage: Endlich sollen Folgerungen aus der Tatsache