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Entstanden als Zerfallsprodukt der Säkularisierung in den Wissenschaften vom Menschen, treibt dort noch heute eine Grundfigur metaphysischen Denkens ihr Unwesen: Das Resultat eines Herstellungsprozesses wird in den Ursprung projiziert, Entwicklung als Entfaltung eines vorweg gesetzten Potentials zirkulär beschrieben. Der Suggestion, Erklärung auf diese Weise zu erschleichen, mußte auch die Psychoanalyse erliegen. Das gilt nicht nur für Freuds Werk, sondern auch für dessen neuere Fortschreibungen, etwa die psychoanalytische Entwicklungspsychologie oder die Narzißmustheorie. Dies nachzuweisen ist möglich geworden durch die in den letzten Jahren zunehmend deutlicher ausformulierte „Theorie der Interaktionsformen“ Alfred Lorenzers.
Die Arbeit Peter Orbans stellt sich voll und ganz auf den von Lorenzer beackerten und eingesäten Boden, um nun, in Auseinandersetzung mit psychoanalytischen Theorien der frühkindlichen Entwicklung, die Ernte einzufahren. Meinte „Kritik der Psychoanalyse“ bei Lorenzer bisher noch vor allem die metatheoretische Begründung des Verfahrens („Hermeneutik-Diskussion“), so wird bei Orban nun zunehmend deutlich, daß diese Kritik auf jeden einzelnen psychoanalytischen Begriff durchschlagen muß. Diese umfassende Kritik schließt auch Erkenntnistheorie, Methodologie und Vermittlung mit Gesellschaftstheorie ein.
Dabei verhält es sich ähnlich wie bei der Entwicklung der Freudschen Theorie selber: Die psychoanalytische Kulturtheorie, ursprünglich nichts anderes als eine „Anwendung“ des auf der ersten Topik (Bw — Vbw — Ubw) gründenden Modells von Traum und Neurose auf „Kultur“, ließ eine neue Topik (Ich — Es — Über-Ich) entstehen, die sich erst der Konfrontation von Libido und Gesellschaft verdankte. An die Stelle der alten Kulturtheorie scheint nun eine materialistische Sozialisationstheorie zu treten, die die Vermittlung von Individuum und Gesellschaft zum Gegenstand hat; dem psychoanalytischen Verfahren verpflichtet, könnte sie gleichwohl dessen Theorie bis