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Heidelberg, „der Vaterlandsstädte Ländlichschönste“ einst für Hölderlin, kann sich dem Wandlungsprozeß nicht entziehen, der — trotz vieler bestehender Notwendigkeiten und beachtlicher Leistungen zur Erhaltung der Atmosphäre historischer Bausubstanz — überall auch berechtigte Kritik auf sich zieht: Besucher und Bewohner sehen Straßenzug um Straßenzug, Häuserviertel um Häuserviertel abgetragen und zum Gegenstand großzügiger Sanierungen gemacht. Sachzwänge (wie der Zuwachs an Kfz-Zulassungen im Jahre 1977) fordern Tribut: Nur plötzlich eingetretene Finanzierungsschwierigkeiten haben vorerst den Neckar unterhalb des Schlosses vor Überschalung bewahrt.
Die Sanierungsmaßnahmen werden auch zu einer Umschichtung der Altstadtbewohner beitragen, denn die Mieten sind höher, und Unterstützungen sollen, wie zu hören, vorzugsweise verheiratete Studenten erhalten. Die Stadt will die Altstadt „integrierten Normalfamilien“ vorbehalten und ließ es sich nicht entgehen, bei dieser Gelegenheit mißliebige Studentenwohnheime, insbesondere das Collegium Academicum, mit Gewalt aufzulösen. Ob solche Verschiebung unmittelbar auch zur „Sanierung“ gehört, mag offenbleiben, und unsicher ist, welches Gesicht die Altstadt bekommen wird. Eine Bürgervermutung: Die Altstadt Heidelbergs als Drosselgasse in Großformat.
War Heidelberg einst Anziehungspunkt für Hippies und Drogenuser — wie die schönsten Städte und Orte der Welt — und blieb es bis heute für Tagträumer nach rückwärts und vorwärts (i. S. Ernst Blochs), apolitische und unterschiedlich politische, so soll sich das zugunsten moderner Realität ändern.
Eine Betroffene ist die Heidelberg Free Clinic. Das sozialpsychologische und -medizinische Alternativmodell steht vor seinem (vorläufigen?) Ende.
Die Free Clinic war über das Release Heidelberg aus der Drogenszene herausgewachsen, verstand sich als Organisation von Selbsthilfegruppen für Drogenabhängige und reihte sich in die Alternativgruppenbewegung ein. Einer der ursprünglichen Leitgedanken war, da