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„Daß Sie ein so überzeugter Analytiker und dabei doch ein geistlicher Herr sein können, gehört zu den Widersprüchen, die das Leben so interessant machen“ (Freud an Pfister, 25. 11. 1934, in: S. Freud/O. Pfister, 1963, S. 155).
Was könnte psychoanalytisch arbeitende und orientierte Menschen heute an Pfister interessieren? Der Züricher Pfarrer Oskar Pfister war einer der großen alten Männer der psychoanalytischen Bewegung. Bereits 1908 stieß er zur Psychoanalyse, ein für einen Gemeindepfarrer selbst im „freisinnigen“ Zürich ungeheurer Vorgang. Das Jahr darauf brachte die Begegnung und Freundschaft mit Freud, die bis 1939 andauerte. Ein Dokument dieser Freundschaft ist der Briefwechsel der beiden so verschiedenen Männer. Das ist die einzige Veröffentlichung gewesen, die den Namen Oskar Pfister in nichttheologischen Kreisen — von den theologischen ganz zu schweigen — vor der völligen Vergessenheit bewahrt hat. Natürlich sind es ausschließlich die Briefe Freuds, die zitiert werden. Ich denke, daran ist nicht allein die Tatsache schuld, daß Pfisters Anteil an der Korrespondenz vernichtet wurde und nur einige seiner Briefe nachträglich aus Entwürfen rekonstruiert werden konnten. Denn auch schon in der Frühzeit der Psychoanalyse wurde er eben als ein Kampfgenosse Freuds gesehen und als solcher teils wohlwollend oder neutral, teils kopfschüttelnd oder sogar zähneknirschend geduldet. Pfister stand scheinbar immer im Windschatten des großen Meisters. Zu dieser Sicht hat er selbst beigetragen, er bezeichnete sich gern als getreuen Paladin Freuds. Als solcher wurde er gleichsam von der Geschichte geschluckt.
Ein kleines Symptom der Vergessenheit Pfisters in analytischen Kreisen mag die Erwähnung eines „Pfister, Otto“ im Register des Jahrbuchs der Psychoanalyse sein (Bd. VI, Bern/Stuttgart, Huber, 1969).
Eine zweite Beobachtung dazu: In dem gerade in der Psyche erschienenen Aufsatz von Hans Füchtner über psychoanalytische Pädagogik (Heft 3/1978, S. 193 ff.) wird der Name Oskar Pfi