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Es gibt — auch hierzulande — auf psychiatrischem Gebiet eine Polypragmasie, ein methodisches und weltanschauliches Durcheinander, ein Laisser-faire, das besser als die Gegenüberstellung von Lehrmeinungen auszudrücken vermag, was der Titel dieses Buches — die zerstrittene Psychiatrie — besagen will. Eine psychiatrische Großklinik, die nach wie vor vom Elektroschock Gebrauch macht und diesen Bestandteil ihres therapeutischen Arsenals nicht missen möchte, führt ihrer Patientenschaft und ihrem Pflegepersonal antipsychiatrische Filme vor, in denen Schocktherapie als moderne Form der Folter figuriert. Ein Klinikpsychiater, zu dem ein hochgefährdeter Patient eingewiesen wird, beurlaubt ihn alsbald wieder, um ihn nicht der Gefahr des „Hospitalismus“ auszusetzen. Wo die alte Psychiatrie kustodial war, ist es die moderne zu wenig, bis zu dem Grad, daß sie den Patienten nicht mehr zu halten wagt. Und so ist es nicht mehr weit von den eben genannten Beispielen bis zu dem Antipsychiater Szasz, der um der Menschenwürde willen fordert, daß ein Psychotiker für ein in der Psychose begangenes Delikt ebenso zu bestrafen sei wie ein Nicht-Psychotiker — was den Psychiater vor die Wahl stellt, „den