You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die beiden Autoren — Dozenten der Psychiatrie beziehungsweise Philosophie an der Universität von Tel Aviv — gehen von der Krankheitseinheit Paranoia als einem psychopathologischen Bilde aus, das mit Besonnenheit einhergeht, durch Wahnvorstellungen auf der Basis falscher Voraussetzungen charakterisiert ist und wahrscheinlich nicht zur Gruppe der Schizophrenien gehört; in diesem Punkt weichen sie nicht von der bisherigen Auffassung ab. Im Gegensatz zur psychoanalytischen Auffassung legen sie jedoch das Schwergewicht auf eine Störung der intellektuellen, nicht der emotionalen Sphäre. Sie berufen sich darauf, Freud habe seinen Psychose-Studien Erfahrungen mit Borderline-Fällen zugrundegelegt — was in dieser Form nicht zutrifft und im Falle Schreber sogar nachweislich falsch ist. Freuds Verdienst um ein dynamisches Verständnis der Psychosen wird hier entschieden verkannt und unterbewertet, woran auch die Tatsache nichts ändert, daß die Autoren in großem Umfang aus psychoanalytischer Literatur schöpfen und Freud eine Vermenschlichung „nicht nur des seelisch Gestörten, sondern auch der seelischen