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Bewußtseinsvorgänge sind — wie könnte es anders sein? — immer Gegenstand literarischer Gestaltung gewesen. Interessant wäre es nun zu erfahren, ob Bewußtsein als solches oder bestimmte Bewußtseinsvorgänge in der Literatur thematisiert und problematisiert werden und, wenn ja, wie das geschieht und ob diese Darstellungen etwa von zeitgenössischen oder früheren Bewußtseinstheorien beeinflußt sind oder nicht. Wer auf Grund des Titels in diesen Studien Aufschluß über solche Fragen erwartet, wird enttäuscht sein. Willenberg, der inzwischen auch einen interessanten Band über »Kommunikationspsychologie und Literatur« (Frankfurt a. M., 1976) herausgab, liefert zunächst einen wissenschaftshistorischen Abriß der Bewußtseinsforschung in Philosophie (u. a. Mach, Bergson, James, Husserl) und Pychologie, wobei auch Kybernetik, Neurologie, Sprachwissenschaft, Soziologie und Psychiatrie herangezogen werden. In einem zweiten Teil werden literarische Texte interpretiert, und zwar im Hinblick auf ihre unterschiedliche Art der Bewußtseinsdarstellung sowie ihre Darstellung unterschiedlicher Bewußtseinszustände. Es werden Werke von Hofmannsthal, Schnitzler (»Fräulein Else«, »Leutnant Gustl«), Hesse (»Der Steppenwolf«), Rilke (»Malte Laurids Brigge«) und Broch (»Der Tod des Vergil«) behandelt, ohne daß ein Kriterium für die Wahl gerade dieser Werke genannt wird. In einem Schlußteil werden die »theoretischen Ergebnisse der literarischen Texte« (gemeint ist: der Deutung dieser Texte) dargestellt.
Vielleicht hat dieses Buch dem Spezialisten für Bewußtseinsforschung einige neue Einsichten zu bieten, obwohl es z. B. neuere Forschungen über ungewöhnliche Bewußtseinszustände, hervorgerufen durch Meditation, Reizentzug, Todesnähe, Drogen, gewisse Übungen usw. (vgl. Tart, Campbell, Lilly, Ornstein, Moody u. a.) außer Betracht läßt. Den Laien auf diesem Gebiet, der das Werk (wie der Rezensent) vor allem wegen seines literarischen Teils in die Hand nimmt, bringt es durch seine monologische, nicht auf