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Die Erfahrung der eigenen Analyse ist „in erster Linie die Erfahrung der Begrenztheit, der Beschränkung auf Weniges, das veränderbar ist“ (S. 15). „Als Analytiker bin ich erst einmal der, der nichts von dem Leben des anderen weiß und kaum etwas versteht — etwa von den so komplexen Inhalten und Bedeutungen im Assoziationsverlauf eines anderen. Die Aufforderung mancher Analytiker, der Analysand solle einfach alles sagen, was ihm durch den Kopf gehe, ist eine simplifizierende Abwehr der Ängste und Konflikte, die damit für den Analytiker aufkommen, wenn er sich wirklich darauf einläßt. Die Dynamik, um die es im analytischen Prozeß geht, wird wesentlich von der Emotionalität der beiden konfliktvollen Partner bestimmt; der Inhalt zum großen Teil von der Abfolge der Einfälle und Assoziationen des Analysanden sowie den Deutungen des Analytikers. Soll dieser analytische Prozeß eine „emotionale Revolution“ einleiten und nicht auf „Prozedurfragen“ regredieren — jenseits der von beiden hergestellten, libidinös besetzten Situation —, soll nicht nur ein ‘psychisches Seilziehen’ stattfinden, auf der Ebene bewußtseinspsychologischer Streitereien zwischen respektvollen und erleidenden oder radikal skeptischen und ablehnenden Personen, zwischen Sieger und Verlierer, zwischen Priester und Opfer, dann muß der Analytiker sich mit seiner Emotionalität darstellen, er muß sich auch als Verführer und Verführten begreifen. Das Resultat der Verführung: Die analytische Beziehung „beginnt zunächst damit, daß der Analysand bei mir Eigenschaften entdeckt, die er bei sich selber kennt; später entwickelt sich die Beziehung dann so, daß er bei mir Eigenschaften erkennt, die er bei sich selber vermißt, aber gerne haben möchte … Eine richtig verstandene analytische Auswertung der Verführungsthematik ergibt, daß sich progressiv wirksame Identifikationen einstellen, die einerseits die Einsicht im Deutungsprozeß begleiten und andererseits dazu beitragen, daß die Besetzungen in der Beziehung zwischen Anal