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Um es vorwegzunehmen: Dies ist ein notwendiges Buch. Es ist ein Buch, in dem klug räsoniert wird und dem gründliche Literaturstudien und sorgfältige Dokumentationen zugrunde liegen.
Ausgangspunkt der Untersuchung des Verfassers, die bereits 1973 in Stockholm veröffentlicht wurde, sind je ein Antrag der Schwedischen Volkspartei
und der Schwedischen Sozialdemokraten aus dem Jahre 1963. In dem einen wird gefordert, daß »Konsum und Produktion … Dinge des Menschen … sein« sollen »und nicht sein Herr«, daß der »Entfaltung der Persönlichkeit … Vorrang« gebühre. Und es wird daraus abgeleitet, es sei notwendig, den psychischen Störungen die gleichen solidarischen Bemühungen wie den körperlichen Krankheiten angedeihen zu lassen (S. 11 ff.). Der Antrag der schwedischen Sozialdemokraten fordert, gestützt auf die Tatsache der Zunahme seelischen Leidens infolge der Vermehrung der verschiedensten Streß-Effekte, »Möglichkeiten aufzuzeigen, mittels derer die Volksgesundheit … verbessert werden kann, sowie die Frage der Prioritierung des Gesundheitswesens im Verhältnis zum gesamten Nationalprodukt zu untersuchen« (S. 21).
Lohmann erörtert nach einigen kritischen Bemerkungen zu den den Staat, die Gesellschaft auf Kosten des Individuums favorisierenden Ausführungen, die diese Anträge der Patienten auszeichnen, die Begriffe der »psychischen Gesundheit, der Normalität« und exemplifiziert (insbesondere am Erleiden von Schmerzen), daß organische Befunde zwar eine notwendige, kaum aber eine hinreichende Bedingung für die Entstehung und das Ausmaß bestimmter psychischer Symptome abgeben (S. 44). Wie beim Schmerz, gilt auch bei anderen Fällen seelischer Störungen, daß die »psychische Struktur«, ihrerseits durch das Zusammenspiel innerer und äußerer Faktoren entstanden, für die Manifestation der seelischen Affektionen verantwortlich ist. Lohmann zentriert seine weiteren Überlegungen (wesentlich im Sinne von L. K. Frank, W. Caudill und H. P. David) auf solche Umweltfaktoren, denen eine schädige