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Eine neue Sprache für die Psychoanalyse. Warum bietet Roy Schafer, Lehranalytiker und Professor für Psychologie in den USA, das an? Braucht die Psychoanalyse eine neue Sprache? Was kennzeichnet die Sprache, in der psychoanalytische Forschungsergebnisse und Theorien bisher formuliert wurden? Freud verwendete beim Aufbau seiner Metapsychologie neben den Ausdrücken und Metaphern der Alltagssprache Begriffe, die er der mechanistisch aufgefaßten Physik und Chemie seiner Zeit, der Evolutionslehre und der Biologie des 19. Jahrhunderts entlehnte. Der Philosophie skeptisch gegenüberstehend, war er bestrebt, seiner Theorie naturwissenschaftlichen Charakter zu verleihen. Im weitesten Sinn ist es Schafers Anliegen, aufzuzeigen, daß die Zuordnung der Psychoanalyse zu den Naturwissenschaften in Widerspruch steht zur psychoanalytischen Praxis (S. 123). Da für ihn das Zentrale an der von Freud geschaffenen Methode in der Deutung liegt, will er die Psychoanalyse als hermeneutische Disziplin verstanden wissen.
Schon in seinem ersten Buch, »Aspects of Internalization« (New York 1968), hat Schafer in verschiedenen Zusammenhängen darauf hingewiesen, wie der Versuch, psychische Phänomene anhand von naturwissenschaftlichen Konzepten und Methoden zu beschreiben und zu untersuchen, zu unklaren theoretischen Postulaten führt und die Weiterentwicklung der Psychoanalyse erschwert, wenn nicht gar verunmöglicht. Es ist sein Ziel, mittels einer neuen Sprache eine systematische Alternative zu Freuds Metapsychologie zu schaffen und trotzdem Psychoanalytiker zu bleiben — ein Anspruch, den nach seiner Überzeugung aus unterschiedlichen Gründen weder die Vertreter der englischen Schule noch die Neofreudianer und Existentialisten erfüllen konnten.
Schafer gliedert seine Untersuchung in fünf Teile. Jedes Kapitel innerhalb dieser fünf Teile ist klar und übersichtlich gegliedert, mit einer Vorschau am Anfang und einer Zusammenfassung am Ende. Nach einer ersten, skizzenhaften Darstellung des Problems in Teil