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Das Buch stellt ein beredtes Zeugnis der Rattnerschen Gruppenpsychotherapie dar . Tonbandprotokolle der Autorin und der ihres Sohnes werden wörtlich wiedergegeben. Psychotherapie in der Gruppe wechselt mit Besprechungen dieser Sitzungen in einer kleinen Gruppe von „Fortgeschrittenen“ ab. Eine Kritik dieses Buches ist eine Kritik der Rattnerschen Methode.
Die Therapie erweist sich als ein Konglomerat von Suggestion, Theorievermittlung, Deutungen und Konditionierung. So hat die Patientin offenbar Schwierigkeiten mit ihrer weiblichen Identität. Dies drückt sich u. a. in einem Haß auf Männer, speziell auf ihren Mann aus. Selbstredend taucht ihr Haß in der Therapie Rattner gegenüber zögernd und vorsichtig auf. Anstatt diese Gefühle aufzunehmen, werden sie getreu der Devise „Im Verhältnis zum Therapeuten soll der Analysand eine kooperative, d. h. menschenfreundlichere Lebenseinstellung einüben“ (Rattner, a. a. O., S. 44; Hervorhebung durch die Verfasserin) nicht analysiert, sondern durch eine Reihe von „Jüngern“, die sich um den „Meister“ scharen, abgeblockt und mit Hilfe von Lob und Tadel in ihre Schranken verwiesen.
Scheinbare Deutungen — es sind eher Lektionen, die da erteilt werden, selten unter einer halben Seite —, die die Patientin nicht annehmen oder verstehen kann, werden ihr immer wieder nahegebracht. Nach einiger Bearbeitung nickt sie gottergeben und meint, daß doch etwas daran sei und daß sie es mit dem „Gefühl nachvollziehen“ könne. Die an sich therapeutisch wirksame Größe des „mit dem Gefühl Nachvollziehens“ wird hier zur Zauberformel, deren Wirksamkeit mehr vom Willen und von der Fähigkeit des Patienten abhängt, die theoretischen Exkurse des Therapeuten in ein Gefühl zu verwandeln. Gelingt dies nicht, ist der Patient wohl immer noch zu verklemmt. Beispielhaft dafür ist eine Nachbesprechung auf Seite 72 ff. des Buches.
Je länger die Therapie dauert — die Patientin kommt aus Südamerika und hat nur sechs Wochen zur Verfügung —, desto seltener kommt sie zu Wort. R