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Das Buch setzt sich zum Ziel, „Studenten und interessierten Lesern einen ersten Überblick über die psycho-physischen Zusammenhänge menschlichen Verhaltens und Befindens zu vermitteln“ (Vorwort). Zur Erreichung dieses Ziels greift der Autor in leicht faßlicher Sprache auf Erfahrungen und Theorien u. a. aus Psychoanalyse, Psychotherapie, Sozialpsychiatrie, Lerntheorie, Neurophysiologie und -psychologie zurück. Ich denke, im Lern- und Lehrbetrieb kann das Buch informativ-anregend wirken; für das nähere Studium der Psychoanalyse ist es dagegen wenig geeignet und im Titel irreführend.
Was in der Therapie als Polypragmasie manchmal nötig und meist verwirrend ist, soll hier zur Systematik der Psychoanalyse dienen. Abgesehen von diesem individuellen Topos möchte ich darin das Beispiel einer Tendenz sehen, Psychoanalyse im Gepränge der fach- und hochschulhaften Wissenschaftlichkeit und in zeitgemäß-sozialer Gesinnung für einen durchaus zweifelhaften Kontext voreilig zu adoptieren. Was dabei herauskommt, erinnert einerseits an eine zitatengespickte, spätmittelalterliche Sorge ums System — Freud, ein neuer Hippokrates — und andererseits an „Ausschweifung“ (bezeichnender Druckfehler auf S. 211, wo das „b“ in dem Wort „Abschweifung“ zum „us“ entgleiste) nach der Methode: wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. Aufs Ganze gesehen fehlen in dem Text die Zwischen- und Obertöne, es ist die Rede von Geist ohne Begeisterung, von Lust ohne Belustigung, kurz, der beflissene Leser wird sich seinen Weg über den ordensmäßigen Titel, einige Vorworte, das Geleitwort und eine „Anleitung zum Gebrauch“ auch in die weiteren Kapitel dieses freudlosen Buches suchen, während der dafür ungeeignete Leser lieber zu den Einführungen von Waelder, Brenner oder Sandler et al. greifen möge.
Im einzelnen möchte ich kritisch zwei Details herausgreifen. Zum einen die Darstellung der Psychoanalyse als einer Trieb- und Ichpsychologie, während die Objektbeziehungspsychologie inhaltlich erst in den Abschnitt