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Robert Musils Roman »Der Mann ohne Eigenschaften« (1930-1943; 1952; 1978) wird als »psychoanalytischer Roman par excellence« charakterisiert, die gründliche Psychoanalyse-Rezeption des Autors (anhand des inzwischen publizierten Nachlasses) belegt. Seit Freud die Lebensprobleme, die die Dichter vor ihm mit Hilfe einer »hausgemachten« Psychologie gestaltet hatten, im Rahmen einer wissenschaftlichen Psychologie des Unbewußten bearbeitet hatte, schien es nur mehr die Alternativen des Dilettantismus und der Verfestigung von Krankengeschichten in Freudscher Manier zu geben. Musil wählte den Ausweg, die eigene Freud-Rezeption zu »vergessen« bzw. zu verschleiern, um die von ihm projektierte Weltbeschreibung in einer Art zweiter, nachfreudscher Naivität realisieren zu können. Thema seines Romans ist die Frage, wie in den beiden miteinander verschränkten Welten — der wissenschaftlich entzauberten und der von uns erlebten — zu dichten und zu leben sei.