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„Die Krankheitslehre der Psychoanalyse“ ist in einschlägigen Leser-Kreisen ein zu bekanntes, vor allem aber in seiner Bedeutung für die systematische Psychoanalyse-Explikation im deutschsprachigen Raum ein zu verdienstvolles Werk, als daß es noch einer Würdigung bedürfte. Wenn diese Würdigung hier nochmals geschieht, so deshalb, weil die Autoren Peter Kutter, Hermann Roskamp, Wolfgang Wesiack und der Herausgeber Wolfgang Loch in der soeben erschienenen 3. Auflage ihres Werks erneut eine große synthetische Leistung vollbringen, indem sie die neuen Forschungsergebnisse in ihre Konzeption einarbeiten und so integrieren, daß das von W. Loch im Vorwort angekündigte didaktische Leitmotiv tatsächlich eingelöst wird: „das Neue“ mit „dem Alten“ zu verbinden, bzw. es als dessen Fortentwicklung und Vertiefung erkennbar zu machen. Daß die zahlreichen neuen Beiträge zum theoretischen Verständnis einer psychoanalytischen Krankheitslehre in die vorliegende Arbeit eingegliedert werden konnten, ohne daß der Grundriß der „Krankheitslehre“ entscheidend verändert werden mußte, zeugt allein schon von der Tragfähigkeit und Solidität der ursprünglich gewählten Konzeption.
Freud hatte geschrieben, der Fortschritt der Erkenntnis dulde keine „Starrheit der Definition“, die psychoanalytischen „Grundbegriffe“ müßten „einen stetigen Inhaltswandel“ erfahren. Man kann den Beitrag von W. Loch über die psychoanalytischen Grundkonzepte, die Struktur und die wissenschaftstheoretische Kommentierung der Metapsychologie als Auseinandersetzung eines Forschers ansehen, der diese Freudsche Erkenntnishaltung im besten Sinne einzulösen weiß. Die Souveränität und die systematische Kraft, aber auch die gründliche Sorgfalt und die Präzision im definitorischen Bereich, mit der hier der Erkenntnisstand der modernen Psychoanalyse und ihre innere Entwicklungsdynamik dargelegt werden, sind imponierend.
Angesichts einer verbreiteten modernen Tendenz, „interaktionistischen“ Konzepten den Vorrang zu geben und das biologi