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Die neue wissenschaftliche Halbjahreszeitschrift »für Analyse, Prävention und Therapie psychosozialer Konflikte und Krankheiten« erscheint mit rund 320 Seiten im Jahr nach dem nun schon fast bewährten Konzept als Taschenbuch. Die Herausgebermannschaft, in. der Psychologen, Ärzte, Pädagogen, Soziologen und eine Juristin (z. T. mit psychoanalytischer Zusatzausbildung)
vertreten sind, will dafür, sorgen, daß man sich mit »der Entwicklung und den Anwendungsmöglichkeiten psychosozialer Therapieformen« sowie »den Chancen und Grenzen von Selbsthilfeinitiativen, Kooperationsmodellen und Humanisierungsprojekten« befaßt. Das Programm soll formal durch Originalaufsätze, Tagungsberichte, Trendreports, Projektberichte und Rezensionen realisiert werden. Die ersten beiden Nummern der Zeitschrift und die Ankündigungen für die dritte zeigen, daß die Hefte in der Regel jeweils mit einem Schwerpunkt geplant werden, doch will man offenbar variieren mit Übergängen zwischer ganz offenen Heften bis zur gänzlich thematisch strukturierten Aufsatzsammlung. Redigiert wird in Gießen. Die Elemente dieser Mischung versprechen, daß ein interessantes Blatt gemacht werden wird.
Ohne bereits sinnvoll davon reden zu können, inwiefern die ersten beiden Hefte (in welchen sich nur Hartmut von Hentig als Herausgeber noch nicht mit einer eigenen Arbeit vorgestellt hat) irgendwelche Erwartungen erfüllen oder nicht, drängen sich — stimuliert vom Titel der neuen Zeitschrift — einige Gedanken über Prozesse wissenschaftlicher Differenzierung auf. — »Psychosozial« ist ein weites, relativ neues Feld. Die gesellschaftliche Entwicklung führte dazu, daß man sich notwendigerweise mit der »sozialen Abhängigkeit pychischer Prozesse« und »den psychischen Bedingungen sozialen Handelns« beschäftigt, wie es in der Selbstdarstellung der Zeitschrift heißt. Einerseits weist die Entwicklung in der Psychologie über die Persönlichkeitsstrukturen hinaus in den Bereich der situativen Bestimmtheit von Verhalten, und der soziologi