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Im Rahmen der von Aloys Leber herausgegebenen Reihe handelt es sich hier um einen interessanten Beitrag zu dem Versuch, Psychoanalyse als kritische Theorie des Subjekts und als allgemeine Interaktionstheorie auf die pädagogische Praxis anzuwenden. Die Symbolbildung wird in Anlehnung an A. Lorenzer als Zentrum des subjektiven Bildungsprozesses betrachtet.
Um narzißtische Phänomene in Gruppen untersuchen zu können, stellt die Autorin zunächst verschiedene Ergebnisse der psychoanalytischen Kleingruppenforschung vor: die Bedeutung der kollektiven Idealbildung (Freud); der »basic assumptions« (Bion); der dynamischen Kollektiv-Konstellation (Grinberg, Langer, Rodrigué); des szenischen Strukturmodells (Argelander); der »Familienübertragung« (Kutter); kurz: die Rolle der unbewußten Kollektivphantasien im Hier und Jetzt der Gruppe (Leber).
Dann geht sie auf die psychophysische Entwicklung vor dem Spracherwerb ein (Freud, Winnicott, Spitz, Bowlby, Mahler, Jacobson, Hoffer, Klein u. a.) und weist daran die Möglichkeiten gestörter Symbolbildung auf. In einem Exkurs über »Ich« und »Selbst« im ersten Lebensjahr (Hartmann, Glover, Erikson, Kohut, Federn, Lacan, U. Moser u. a.) entwickelt die Autorin den Begriff des »coenästhetischen Dual-Selbst«, auf den sie im weiteren immer wieder zurückgreift, well sie offenbar in den Vorläufern der Es-Ich-Differenzierung die prototypischen Modeile auch der gruppenmäßigen Strukturbildungen sieht. Sie formuliert drei Thesen:
»Die früheste postnatale Phase der Existenz des Neugeborenen ist im weitesten Ausmaß gekennzeichnet durch Ungeschiedenheit sowohl der Trieb- und Ichpotentiale als auch der durch Reifungsprozesse und spezifische Auseinandersetzung mit der ihm äußeren Objektwelt allmählich sich differenzierenden psychischen Instanzen. Dementsprechend können wir von Ich und Selbst als getrennten Einheiten in dieser Phase noch nicht sprechen. Allerdings zeichnet sich dieser zweigleisig verlaufende Entwicklungsgang bereits von allem Anfang an ab.
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