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Obwohl lange Zeit dank des bahnbrechenden Schrittes zu einem Verständnis der Psychosen den Krankengeschichten Sigmund Freuds zugerechnet, stellen seine 1911 erschienenen »Psychoanalytische(n) Bemerkungen über einen autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (Dementia paranoides)« nach Heinz Kohuts prägnanter Formulierung eine »jenseits der Grenzen der Grundregel« (Journal of the American Psychoanalytic Association 8/1960) entstandene psychoanalytische Pathographie, eine Anwendung der Psychoanalyse auf eines der zentralen Gebiete der klinischen Psychoanalyse, nämlich die Erhellung eines Kapitels der Psychopathologie dar. Freuds Essay über Daniel Paul Schrebers »Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken« aus dem Jahre 1903 galt einem Autor, der seine Mitwelt von einer phantastischen Kosmologie überzeugen, nicht aber geheilt werden wollte, und Freud gründete auf seinen »Vorstoß ins Gebiet der Psychiatrie« (Jones, Das Leben und Werk Sigmund Freuds, Band 2, S. 319) keinen therapeutischen Anspruch, sondern war sich der methodischen Besonderheit, daß »der schriftliche Bericht oder die gedruckte Krankengeschichte als Ersatz für die persönliche Bekanntschaft mit dem Kranken eintreten« (GW VIII, S. 240) dürfe, m. a. W. der durch keine Diskretionsverpflichtungen beschränkten Öffentlichkeit seiner Untersuchung und des Verzichts auf die optimalen Bedingungen von Übertragung und Widerstand sehr bewußt. Die außerhalb der psychoanalytischen Fachwelt ungenügende Unterscheidung zwischen einer aus der psychoanalytischen Sitzung diesseits der Grenzen der Grundregel gewonnenen Evidenz und der Anwendung der Psychoanalyse »jenseits der Grenzen der Grundregel« scheint in der Rezeption des Falles Schreber jene Turbulenz mitbewirkt zu haben, zu der Rosenkötter anläßlich des Erscheinens der amerikanischen Ausgabe des Buches von Niederland im Jahre 1974, der aus dem gleichen Jahr stammende antipsychiatrischen Publikation Morton Schatzmanns (»Die Angst vor dem Vater. Langzeitwirkungen einer Er