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In der letzten Zeit wird in der psychoanalytischen Literatur das Thema Narzißmus häufig diskutiert. Vor allem die Arbeiten von Kohut haben intensive Aufnahme erfahren und weite Kreise gezogen. Auch diese beiden Bücher knüpfen an seine theoretischen Modelle an und bemühen sich um eine Weiterentwicklung seiner Ansätze.
Battegay stützt sich weitgehend auf Kohuts metapsychologisches Konzept. Sein zentrales Thema ist die Kategorie des Selbst und dessen Dimensionen. Das Selbst ist keine zusätzliche psychische Instanz, „es stellt vielmehr eine in allen drei Instanzen wurzelnde Repräsentanz des Individuums dar. Das Selbst ist aus jenen Teilen des Ich, Es und Über-Ich zusammengesetzt, die kompaßartig dem Individuum eine — dauerhafte — Richtung geben. Es ist jene Repräsentanz, die dem Individuum den Eindruck eines ganzen Zusammengehörigen vermittelt“ (S. 27). Dieses Selbst ist „der Sitz des Narzißmus“; eine ungestörte Entwicklung des Narzißmus, ein „gesundes Selbstgefühl“ (S. 14) ist Voraussetzung für intakte Objektbeziehungen sowie für eine stabile Identität. Seine Entstehung hängt vor allem vom Verlauf der frühesten biopsychischen Entwicklungsphase ab, die von Battegay als „taktile Phase“ bezeichnet wird. Damit weist er darauf hin, daß nicht nur die orale Versorgung, sondern vor allem auch die (materielle und emotionale) Wärmezufuhr für das Kind lebenswichtig ist. „Die reale und affektive Umgebungstemperatur, ob ein Kind in ‚Wärme‘ oder ‚Kälte‘ … aufwächst, sind … wichtige Umstände für die gedeihliche oder aber die gestörte Entwicklung eines Kindes … Wie uns die klinische Erfahrung lehrt, entwickelt das Kind nur dann ein Selbstwerterleben, wenn es diese Wärme in seinem frühen Leben … konstant und dauerhaft erlebt“ (S. 12 f.). Versagt die Umwelt in der Förderung des „gesunden Narzißmus“ (S. 14), so besteht die Gefahr narzißtischer Grundstörungen. Diese Störungen im Bereich des Selbst und der „archaischen, mit narzißtischer Triebenergie (Libido) besetzten Objekte (Selbstobjekt