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»Wenn jemand imstande wäre, im einzelnen nachzuweisen, wie sich diese verschiedenen Momente, die allgemeine menschliche Triebanlage, ihre rassenhaften Variationen und ihre kulturellen Umbildungen unter den Bedingungen der sozialen Einordnung, der Berufstätigkeit und Erwerbsmöglichkeiten gebärden, einander hemmen und fördern, wenn jemand das leisten könnte, dann würde er die Ergänzung des Marxismus zu einer wirklichen Gesellschaftskunde gegeben haben« (S. Freud, Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, GW 15, S. 194). Diese von Freud 1933 gegebene Bestimmung von Soziologie — die freilich nicht mit der identisch ist, welche Freud im nachfolgenden Satz aufführt und wonach Soziologie lediglich »vom Verhalten der Menschen in der Gesellschaft handeln« würde — nimmt den Anspruch vorweg, von dem sich Lothar Hack in seinem Buch »Subjektivität im Alltagsleben« leiten läßt. Das ist freilich nicht Zufall. Zentrales Problem der Freudschen Theorie ist die Nicht-Identität subjektiver Vorstellungen und Phantasien mit der Realität. Diese Nicht-Identität kann zum Problem nur werden, weil Freud den gleichen Begriff von Rationalität zugrunde legt wie eine auf Aufklärung bedachte Soziologie. Rationalität bestehe darin, »Übereinstimmung (unserer Wünsche — K. B.) mit der realen Außenwelt« zu erreichen. Das »heißen wir Wahrheit« (1977, S. 184). Auch Hack nimmt diesen Begriff von Rationalität in Anspruch. Die Stellung, die er der Psychoanalyse in seiner soziologisch ansetzenden Arbeit zuweist, rührt von dieser Gemeinsamkeit her.
Gegenstand seiner Arbeit ist die Herausbildung eines gesellschaftlichen Bewußtseins. Damit sind überindividuelle Gemeinsamkeiten der Bewußtseinsinhalte gemeint sowie Interpretationsweisen für gesellschaftliche Tatbestände, welche ein solches Bewußtsein leistet. Hack wendet sich gegen die These, das gesellschaftliche Sein im Sinne der objektiven, ökonomisch verfaßten Struktur der Gesellschaft allein determiniere das (gesellschaftliche) Bewußtsei