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Die anläßlich des 70. Geburtstags von Alexander Mitscherlich erschienene Festschrift »Provokation und Toleranz« bringt auf über 500 Seiten und in 30 Beiträgen einen breiten Querschnitt durch die gegenwärtige Diskussion der Psychoanalyse und ihrer Anwendungen. Von den beiden »klassischen« Arbeitsgebieten Mitscherlichs ist das erste nur einmal vertreten. Thure von Uexküll schreibt über die Frage »Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir psychosomatische Medizin?« Reich besetzt ist dagegen das andere Feld Mitscherlichs, die Anwendung der Psychoanalyse auf gesellschaftliche Probleme. Dieser Frage hat sich der Großteil der Autoren gewidmet: Pieter J. van der Leeuw und Jeanne Lampl-de Groot schreiben über die Berufsausübung des Psychoanalytikers heute. Heinz Z. Winniks Beitrag gilt der neuen Forschungssparte Viktimologie, Sibylle Drews und Ralf Zwiebel teilen Resultate ihrer von Mitscherlich angeregten Forschungen zur Krise der Lebensmitte mit. Helm Stierlin, Eugen Mahler, Klaus Horn, Helmut Dahmer, Paul Parin und Goldy Parin-Matthèy nehmen Stellung zu den Themen Familie, Terrorismus, Laienanalyse, Sexualökonomie heute und Erforschung der Anpassung an gesellschaftliche Rollen. Andere Themen sind Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte der Psychoanalyse (Piet C. Kuiper, Wolfgang Loch und Helmut Thomä) und Fragen der Technik der psychoanalytischen Behandlung (Johannes Cremerius, Paula Heimann, Rolf Klüwer). Themen der Geschichte