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»Eine große Zeitung hatte einen Journalisten nach den Südinseln geschickt, um die religiösen Bräuche zu studieren. Einmal wurde er zu einer Zeremonie geladen, bei welcher der Priester durch einen brennenden Scheiterhaufen schreiten sollte, ohne von den Flammen auch nur angesengt zu werden. Erzählungen über Unbrennbarkeit sind nicht selten in Orientberichten. Um einem etwaigen Betrug auf die Spur zu kommen, wohnte er von Anfang an allen Vorbereitungen bei. Er sah, wie vor der versammelten Menge die Holzscheite herbeigetragen und auf dem trockenen Boden zu einem langen Steg zusammengelegt wurden. Schließlich, unter vielen Zeremonien, wurde er angezündet. Als er lichterloh brannte, durchschritt der Priester langsam das Flammenmeer, dicht vor den Augen der gläubigen Menge und des ungläubigen Amerikaners und trat unversehrt am anderen Ende wieder heraus. Überwältigt von dieser unleugbaren Tatsache, kehrte der Amerikaner mit seinen Aufnahmen, die das Wunder dartun sollten, in die Heimat zurück. Doch wie er die Platten entwickelte, was fand er? Den Scheiterhaufen, die lodernden Flammen, die zuschauende Menge, alles — nur keinen Priester. Kein Zweifel: dessen Erscheinung im Flammenmeer war eine Täuschung, eine Massensuggestion.«
Suggestion, Hypnose, Wunschdenken und allgemein ein komplexes Übertragungsgeschehen zwischen Ausführenden und Zuschauern — das sind wesentliche Bestandteile des sogenannten okkulten Geschehens. Es ist oft schwer aufzuklären, was Betrug oder Täuschung an den Berichten über Hellsehen, Gedankenübertragung oder anderen »übermenschlichen« Fähigkeiten ist und was einen realen Bezug zu unbewußten und gewöhnlich nicht wahrnehmbaren Tatsachen, Erscheinungen und Beziehungen hat.
In der Masse der in den letzten Jahren publizierten Arbeiten zu diesem modisch aufgeplusterten Thema gibt es einige wichtige Werke, die zu Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschrieben und jetzt neu aufgelegt wurden, so von Fanny Moser die erstmals 1935 in zwei Bänden verö